Das Sprachcafé in der B89

Es gibt das Sprachcafé seit mehr als 3 Jahren.

Anlass für das Sprachcafé war die Erkenntnis, dass einen Sprachkurs besuchen nicht automatisch heißt, eine Sprache auch sprechen zu können.

Das kennen viele von uns ja selbst: man geht in die VHS und macht Sprachkurse. Man lernt Grammatik und Vokabeln und fährt dann ins Urlaubsland und alle Vokabeln sind vergessen oder die Antwort auf eine wohlüberlegte Frage wird mit anderen Worten beantwortet, als man im Kurs gelernt hat.

Eine Sprache lernen ist eben nicht das Gleiche, wie eine Sprache sprechen. Die ehrenamtliche Sprachvermittlerin Marion Gottschalk hatte die Idee, allen die deutsch sprechen lernen wollen einen Ort zu geben, wo sie üben können. Die Idee fand Anklang und schnell gab es ein paar interessierte Frauen, die mitmachen wollten.

Das war und ist unser Konzept:

Viermal im Monat treffen sich die ehrenamtlichen Moderatorinnen mit den Lernenden für 2 Stunden in der B89.  Es gibt einem Plan, mit Vor- und Nachmittags- und auch Abendterminen, damit Mütter mit kleinen Kindern und Berufstätige teilnehmen können. Jeden Monat haben wir ein übergeordnetes Thema. Die Themen sind z.B. Wohnen, Ausbildung, und Freizeitaktivitäten, aber auch Ämter und Behörden, Umweltschutz und  Demokratie. Bei jedem Termin sind 3 – 5 Moderatorinnen anwesend und sprechen in Kleingruppen von 2 – 5 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Dabei versuchen wir die Gruppen so einzuteilen, dass die Teilnehmer einer Gruppe auf dem gleichen Sprachniveau sind.

Ziel ist es, Gespräche in Gang zu bringen, Wissenswertes und neue Vokabeln zu vermitteln und die Gäste zum Sprechen zu motivieren. Wir vermitteln ihnen Mut und Sicherheit, helfen bei der Aussprache und wenn Worte fehlen. Natürlich korrigieren wir auch Fehler, das Wichtigste ist jedoch das Sprechen.

Wir haben unser Programm inzwischen erweitert und machen Außentermine. Aktive aus dem Team haben z.B. eine Stadtführung durch Falkensee, den Besuch des Heimatmuseums und die Besichtigung des neuen Rathauses, die unser Bürgermeister Herr Richter persönlich geführt hat, organisiert. Aber auch der Besuch von Berliner Museen und Konzerte standen schon auf dem Programm. So ist es nicht nur die Sprache, sondern auch unsere Kultur, die wir den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Sprachcafés näherbringen.

Die Stunden sind nicht nur für unsere Gäste bereichernd, aber das Moderatorenteam profitiert von den Gesprächen, denn wir erfahren von unseren Gästen sehr viel von ihren Erfahrungen und Gegebenheiten in ihren Heimatländern. In den ersten Jahren kamen unsere Gäste hauptsächlich aus der Ukraine, Syrien und Afghanistan. Inzwischen haben wir regelmäßige Besucher aus Chile, der Türkei, Kanada, den USA, Frankreich und Spanien, die mit einem Arbeitsvisum nach Deutschland kommen oder einen deutschen Lebenspartner haben.

Das Sprachcafé ist immer im Wandel und offen für Veränderungen und wird von all den Menschen gestaltet, die mitmachen. Die Moderatorinnen kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten und Berufen und sind überwiegend nicht mehr berufstätig. Sie vereint der Wunsch, sich gesellschaftlich engagieren zu wollen, die Freude an Kommunikation mit anderen. Es gibt inzwischen auch einen Moderator im Team. Um Frauen mit kleinen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen, werden die Kinder während der Zeit des Sprachcafés von Ehrenamtlichen betreut. Eine frühere muttersprachlich englische Teilnehmerin bietet inzwischen ehrenamtlichen Englischunterricht für Alt- und Neufalkenseer an. Ein ehemaliger Teilnehmer und jetziger Student bietet Nachhilfeunterricht in Deutsch an. Lernende, die sich auf eine Sprachprüfung vorbereiten, können an gesonderten Unterrichtseinheiten teilnehmen. Damit reduzieren wir die Durchfallquote bei den Prüfungen und bringen die Menschen schneller in die Ausbildung und Arbeit. Unsere Arbeit hat sich herumgesprochen. Es kommen nicht nur Menschen aus Falkensee, Schönwalde und Nauen zu uns. Unser Einzugsgebiet reicht bis Rathenow, Potsdam und  Berlin.

Das Sprachcafé lebt von den Menschen, die mitmachen, die Integration fördern und leben wollen. Es lebt von der Neugier der Menschen mehr über andere Kulturen und Länder zu erfahren und sich austauschen zu wollen. Das Sprachcafé fördert ein respektvolles und gleichberechtigtes Leben in Gemeinschaft und Frieden.

Wir freuen uns über interessierte Menschen, die unsere Arbeit unterstützen und mitmachen möchten.

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