Besuch aus Griechenland

Welche Erfahrungen gibt es in Deutschland bei der Aufnahme von Geflüchteten? Unter dieser Fragestellung besuchte eine Delegation aus Griechenland am 1. Dezember das Begegnungszentrum B80 in Falkensee. Zuvor hatten sich die Frauen und Männer, die alle im griechischen Bildungswesen arbeiten und auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung in Brandenburg zu Gast waren, bereits andere Einrichtungen angesehen, etwa eine von den Johannitern betriebene Gemeinschaftsunterkunft in Nauen. In Falkensee interessierte sich die Delegation vor allem dafür, welche Rolle ehrenamtliches Engagement auch außerhalb eines großstädtischen Milieus bei der Integration von Geflüchteten spielen kann. In Thessaloniki arbeiten die LehrerInnen zusammen mit der Hilfsorganisation Antigoni. Die Gäste zeigten sich beeindruckt von den Schilderungen der Aktiven aus der Initiative Willkommen in Falkensee über ihre Arbeit. Es gab ein gemeinsames Essen und einen intensiven persönlichen Austausch. Dabei berichteten die Besucher aus Griechenland von ihren Erfahrungen unter anderem beim ehrenamtlichen Griechisch-Unterricht für Geflüchtete. Erzählt wurde, dass die griechische Gesellschaft etwa durch die Aufnahme der sogenannten Pontos-Griechen nach dem Zwangsumsiedlungen der 1920er Jahre geprägt wurde und dass jüdische Einwanderer aufgenommen wurden. In diesem Zusammenhang setzte man sich mit der Frage auseinander, wie mit antisemitischen Äußerungen von Geflüchteten umgegangen werden kann. Interessant für die Falkenseer war die Schilderung, wie den Geflüchteten vermittelt wurde, dass die griechische Kultur doch näher sei, als die offene, freizügige Kultur in Nordeuropa. Einige Geflüchtete seien ebenfalls zu dieser Erkenntnis gekommen und hätten Schweden oder Deutschland z.B. wieder verlassen, um in Griechenland heimisch zu werden.


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