Das Glück hat lange Ohren

Es gibt Dinge, für die muss man besonders achtsam und aufmerksam sein. Wandern ist so eine Sache; schon wenn man allein unterwegs ist, gibt es viele Dinge zu beachten; und wenn neben einem dann noch ein vierbeiniges Langohr läuft gilt das umso mehr. Nein, Esel sind nicht störrisch, sie wissen nur ganz genau was sie wollen. Sechs Esel der Eselfreunde im Havelland e.V. aus Paaren im Glien hatten am Mittwoch jedenfalls durchaus Spaß dabei, sich von den kleinen und großen Besuchern der Willkommensinitiative im Rahmen des Kinderferienprogramms durch die Gegend führen zu lassen.

Neun Kinder und ihre erwachsenen Begleiter hatten sich angemeldet um den Eselführerschein zu erwerben – eine absolut ernste Angelegenheit und wie beim richtigen Führerschein steht zunächst die – diesmal im wahrsten Sinne des Wortes – graue Theorie im Vordergrund. Die Chefin der Eselfreunde, Christine Möller, hatte zunächst einen Einblick in das Seelenleben der Grautiere gegeben. Während ein Pferd flüchtet, wenn es Angst hat, bleibt der Esel eben erstmal stehen und denkt nach.Die Tiere mögen es, wenn ihre Begleiter genauso gelassen sind, wie sie selbst. Als Wanderer kann man sich einiges von ihnen abschauen – Esel sind genügsam und brauchen tagsüber nicht viel. Der Esel braucht andere Esel um zufrieden und glücklich zu sein – damit ist er uns Menschen ja gar nicht so unähnlich. Nachdem paarweise das Anlegen von Halfter und Führstrick sowie das Führen des Tieres geübt wurde, um später keinen Widerspruch zu provozieren, ging es direkt in die Praxis über. Rund eine Stunde lang durften die kleinen und großen Eselfreunde mit den Langohren durch Wald und Feld laufen. Die Tiere der Eselfreunde sind vielfältige Profis. Sie arbeiten unter anderem als Therapietiere, werden für Filme gebucht und kümmern sich auch um die Bewirtschaftung von Grünflächen; die Tiere haben den Kindern sehr schnell Vertrauen geschenkt – und die haben ihre Aufgaben hervorragend erledigt. Nachdem sich alle im Stägehaus, dem ältesten Haus im Dorf, mit Kaffee, Kuchen und weiteren Getränken gestärkt hatten, hieß es langsam Abschied nehmen. Die langohrigen Begleiter wurden zurück auf ihre Weide gebracht. Und dann wurde es nochmal spannend: Der Eselführerschein wurde von Eselchefin Christine Möller ausgegeben. Und natürlich hat jeder Teilnehmer die Prüfung bestanden. Alle von uns werden noch lange an Zottel, Finchen, Lola, den ungeduldigen Herbie, Filmstar Sandor; Ikarus und Cockerspaniel Chorky denken. Danke den Eselfreunden im Havelland e.V. für einen unvergesslichen Tag. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass Esel uns allen eines lehren können: Gelassenheit – und das kann für uns alle ja eigentlich nur von Vorteil sein.

Ein Kommentar

  1. da möchte man sich sofort anschließen… Ich habe mir die Esel vor einigen Jahren angesehen und war auch völlig begeistert und so ein bißchen habe ich auch mit einem eigenen Esel kokettiert aber mit einem ist es ja nicht getan. Ich freue mich jedenfalls immer, wenn ich Esel auf einer Wiese stehen sehe. Wahrscheinlich git es in Paaren immer noch das Treffen der Eselfreunde.

    Wunderbar in Bildern und toller Text!

    Weiter viel Spaß
    Juliane

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